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Blended Learning @ FB7

Lebendige Verbindung von Präsenz- und Online-Lehre an der Uni Leipzig

26. Juli 2012 | von Administrator
Projektposter (pdf)

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Für Bachelor-Studierende der Kommunikations- und Medienwissenschaft bietet die Universität Leipzig als Ergänzung zur Grundlagenvorlesung Medienpädagogik (Prof. Schorb) ein begleitendes Tutorium an, das von Master-Studierenden dieses Studiengangs verantwortet und durchgeführt wird. Dabei wechseln sich gegenseitig eng verzahnte Online- und Präsenzphasen ab. Das vorrangig rezeptive Lernen in der Vorlesung wird hier durch aktivierendes und kommunikatives Lernen sinnvoll ergänzt. Der Projektleiterin Karla Spendrin sowie Julia Glade und Anett Hübner, die uns dieses Projekt gemeinsam in einem Gastbeitrag vorstellen, danken wir ganz herzlich!

Zur Möglichkeit einer lebendigen Verbindung zwischen Präsenz- und Online-Veranstaltungen: Online-tutorielle Begleitung der Grundlagenvorlesung Medienpädagogik an der Universität Leipzig

An der Universität Leipzig gibt es seit nunmehr drei Jahren das Angebot einer online-tutoriellen Begleitung der Grundlagenvorlesung Medienpädagogik. Dieses Angebot wird von Studierenden des Masterstudiengangs Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW) mit Schwerpunkt Medienpädagogik geplant und durchgeführt. Es richtet sich an Studierende des Bachelor-Studiengangs KMW bzw. Studierende, die dieses Fach im Wahlbereich belegen.

Das Tutorium wird als Ergänzung der klassischen Vorlesung angeboten und kann von den Bachelor-Studierenden auf freiwilliger Basis besucht werden. Es ist selbst als Blended-Learning-Szenario (drei Präsenztreffen und dazwischen liegende längere Online-Arbeitsphasen) konzipiert. Im Rahmen des Tutoriums vertiefen und erweitern die Studierenden die Kenntnisse aus der Vorlesung durch die Bearbeitung verschiedener Aufgabenstellungen.

Die Breite der Themen wird dabei durch sogenannte Basisaufgaben abgedeckt. Diese haben das Ziel, ein Grundlagenverständnis für alle wesentlichen Bereiche und Richtungen der Medienpädagogik zu erwerben. Dabei wird meist von einem Grundlagentext ausgegangen, dessen Erarbeitung durch möglichst abwechslungsreiche Aufgabenstellungen angeregt wird: Vom Formulieren von Fragen und Kritikpunkten an den Text, über das Schreiben eines Abstracts bis hin zur Beantwortung von Quizfragen zum Text wurden verschiedenste Formate erprobt. Die Basisaufgaben sind alle in Einzelarbeit zu lösen, um den Studierenden eine möglichst freie Einteilung ihrer Arbeitszeit zu ermöglichen.

Daneben sollen die Studierenden durch Vertiefungsaufgaben in einem – von den Studierenden auswählbaren – Bereich der Medienpädagogik ein weiterreichendes Verständnis entwickeln und Anwendungsmöglichkeiten erkennen und bewerten können. Diese vertiefenden Aufgaben werden in einem längeren Zeitrahmen (ca. 5 Wochen) in Gruppen gelöst. Sie beziehen – neben der notwendigen Erarbeitung theoretischer Grundlagen – häufig konkrete medienpädagogische Praxis- oder Forschungsprojekte ein, die von den Gruppen erkundet, analysiert und bewertet werden. Dabei wurden gute Erfahrungen damit gemacht, über die Möglichkeiten der Online-Kommunikation auch Akteure aus den Praxisprojekten in das Tutorium einbeziehen zu können.

Neben den inhaltlichen Zielen ist auch die Erweiterung der Medienkompetenz der Studierenden – v.a. in Bezug auf die Nutzung von Online-Medien für das eigene Lernen und Arbeiten – eine wichtige Zielsetzung des Tutoriums. Einerseits wird dies durch das aktive Ausprobieren verschiedener Kommunikationsformen und Online-Werkzeuge für die Erarbeitung der Themen erreicht. Andererseits sollten diese Lernprozesse anhand von kurzen Statements zu verschiedenen Thesen zum E-Learning reflektiert werden. Dadurch soll eine eigenständige Bewertung von Vor- und Nachteilen dieser Lernform durch die Studierenden angeregt werden.

Ein wichtiges Ziel des Blended-Learning-Tutoriums ist es, das vorrangig rezeptive Lernen in der Vorlesung durch aktivierende und kommunikative Lernformen zu ergänzen und zu erweitern. Dafür sind nicht nur die beschriebenen aktivierenden und praxisorientierten Aufgabenformen wichtig, sondern auch die Gestaltung einer lebendigen Verbindung des Tutoriums mit der Vorlesung. Somit wird die vorrangig unidirektionale Kommunikation in der Vorlesung aufgebrochen.

Umgesetzt wurde dies im vergangenen Semester z. B. durch folgende Maßnahmen:

  • die Möglichkeit und Anregung einer kontinuierlichen Online-Rückmeldung zur Vorlesung durch die Studierenden, die auch durch den Vorlesenden (in der jeweils folgenden Veranstaltung) thematisch aufgenommen wurde
  • die Präsentation und Diskussion der Reflexionen zum Online-Lernen in Form eines Postercafés im Rahmen der Vorlesung
  • das Aufnehmen von Fragen und Kritikpunkten zu Grundlagentexten, die im Rahmen von Basisaufgaben online erarbeitet wurden, in der Vorlesung
  • die Präsentation und Diskussion wichtiger Ergebnisse aus den einzelnen Vertiefungsgruppen in der Vorlesung

Voraussetzung für eine lebendige Verbindung von Vorlesung und Tutorium ist eine sehr gute vorherige Absprache von Inhalten, Zeitplänen und Verbindungsmöglichkeiten mit dem Vorlesenden. Außerdem trägt dessen Bereitschaft, Rückmeldungen und Ergebnisse tatsächlich in die eigene Darstellung aufzunehmen, wesentlich zu einer erfolgreichen Verzahnung bei.

Das Tutorium wird von den Studierenden gut angenommen: Im aktuellen Durchlauf hat von ca. 150 Vorlesungsteilnehmern die Hälfte der Studierenden, trotz eines relativ hohen Arbeitsaufwands, bis zum Ende am Tutorium teilgenommen. Als wesentlicher Vorteil wurden v.a. die Möglichkeit der thematischen Vertiefung und die aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten genannt.

Das Blended-Learning-Tutorium wird von den durchführenden Studierenden mit verschiedenen Methoden (z. B. Online-Fragebögen, Gruppendiskussionen, Feedbackmethoden in Präsenztreffen, …) kontinuierlich evaluiert. Konkrete Informationen sind regelmäßig in unserem Projektblog zu finden, in dem die Masterstudierenden ihre eigene Arbeit darstellen und reflektieren.

(Karla Spendrin, Julia Glade & Anett Hübner)



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