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Blended Learning @ FB7

eTests in der Soziologie

14. Dezember 2009 | von Tobias Bader

Seit dem Wintersemester 2009/2010 bietet das Institut für Soziologie seinen ErstsemesterInnen die Möglichkeit, ihr Wissen durch elektronische Tests zu überprüfen und zu vertiefen.

RWTH-weit lassen sich seit dem Wintersemester 2008/09 so genannte eTests über das L²P anbieten. Die eTest-Komponente, die dem OpenSource System Moodle entnommen ist, wird (noch) nicht in jedem Lernraum standardmäßig angeboten. Diese kann jedoch problemlos durch das CiL auf Anfrage eingebunden werden.

Am Institut für Soziologie sind nun die ersten eTests angelaufen. Begleitend zur Vorlesung Soziologische Theorien I von Prof. Dr. Thomas Kron, die ErstsemesterInnen in (mikro-)soziologische Grundkonzepte und Theorietraditionen einführt, werden elektronische Tests zur individuellen Selbstlernkontrolle angeboten. Die eTests wurden von der L²P-Betreuung am Institut erarbeitet und befassen sich unter anderem mit folgenden Themenkomplexen: soziologischer Denkstil und soziologische Erklärung, soziales und rationales Handeln, Werterwartungstheorie, soziale Rollen und Normen, Lerntheorien, Identität und Sozialisation, Entscheidungshandeln und Komplexität.

Nach jeder Präsenzveranstaltung werden eTests, die sich auf die Inhalte der jeweiligen Veranstaltungstermine beziehen, in L²P freigegeben. Die „Freischaltung“ erfolgt über die Bekanntgabe des testspezifischen Passwortes, mit dem die Studierenden Zugang zu den Tests erhalten. Neben der Vergabe von Passwörtern kann der Zugang auch durch Terminierung, d.h. die zeitliche Festlegung der Öffnung (und Schließung), geregelt werden.

Insgesamt stehen für die Vorlesung Soziologische Theorien I zwölf eTests zur Verfügung, die sukzessive freigeschaltet und im Laufe des Semesters von den Studierenden bearbeitet werden können. Um etwaige Hemmschwellen abzubauen und TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben, sich spielerisch mit den Inhalten, aber auch mit der neuen Lernform „eTest“ auseinanderzusetzen, können die Tests beliebig oft wiederholt werden. Die derzeitigen Soziologie-eTests umfassen zwischen einer und maximal sieben Fragen, wobei einzelne Fragen mehrere Aufgabenstellungen umfassen können (etwa im Fall von Lückentexten). Bisher eingesetzte Fragentypen waren: Multiple Choice (MC), Multiple Response (MR), Zuordnungen, Lückentexte sowie Wahr/Falsch-Fragen. Auf Freitextaufgaben wurde verzichtet, um den Arbeitsaufwand für Studierende und Dozierende möglichst gering zu halten.

Bei Multiple Choice werden mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben, wobei es nur eine richtige Antwort gibt („Antwort wählen“). Beispielsweise sollen die Studierenden aus vier vorgegebenen Antwortmöglichkeiten – darunter eine richtige Antwort und drei so genannte Distraktoren – den korrekten Titel eines Werkes von Max Weber durch Setzen eines Häkchens auswählen. Im Gegensatz dazu bezeichnet Multiple Response einen Fragentyp, bei dem es unter mehreren vorgegebenen Antwortmöglichkeiten mindestens eine richtige Antwort gibt („Antwort(en) wählen“). Hier lässt sich als Beispiel eine Testfrage nach den Merkmalen des „Menschen als Mängelwesen“ in der Theorie Arnold Gehlens nennen. Aus insgesamt 13 vorgegebenen Antwortmöglichkeiten müssen sechs richtige Antworten ausgewählt werden. Über Zuordnungsfragen hingegen lassen sich beispielsweise Erläuterungen bestimmter Theorien, Begriffe oder Theoreme (über ein drop-down Menü) zuordnen. Um bei dem oben genannten Beispiel (Arnold Gehlen), zu bleiben: Hier müssen bestimmte „anthropologische Eigenschaften des Menschen“ (z.B. Bipedie, aufrechter Gang) entsprechenden Erläuterungen zugeordnet werden (im Beispiel: „Vergrößerung des Blickfeldes, Voraussetzung für Kommunikation und Kooperation“).

Lückentexte bieten sich etwa für soziologische Begriffsdefinitionen und längere Textabschnitte an, um deren Sinnzusammenhang besser erfassen zu können. So soll bei einer Testfrage eine Definition der Werterwartungstheorie von Hartmut Esser (die in einen Lückentext umgewandelt wurde) ergänzt werden, indem die Studierenden über ein drop-down Menü mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten die korrekten Antworten auswählen.

Fragentypen der Kategorie Wahr/Falsch wurden nur vereinzelt eingesetzt, da die Erstellung solcher Fragen vergleichsweise aufwendig ist: es lassen sich leider keine „Fragebatterien“ diesen Typs erstellen; jede Wahr/Falsch Frage erfordert ein erneutes Anlegen.

Die Auswertungsmöglichkeiten der abgeschlossenen Tests in L²P sind vielseitig, Ergebnisse lassen sich in einer Liste mit Informationen über jeden Testversuch aller TeilnehmerInnen anzeigen, zudem können Profile einzelner TeilnehmerInnen abgerufen werden. In der Ergebnisanalyse lassen sich darüber hinaus durch statistische Analyseinstrumente wie Standardabweichung, Discrimination Coefficient und Discrimination Index Schwierigkeitsgrad und Qualität der Fragestellung ablesen und gegebenenfalls für weitere Testdurchgänge überarbeiten.

Am Ende des Semesters soll durch eine Umfrage der Studierenden in L²P geklärt werden, inwiefern die eTests bei der Aneignung soziologischer Theorien hilfreich waren und welche Bereiche der Tests gegebenenfalls der Überarbeitung bedürfen.



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