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Blended Learning @ FB7

Der Einsatz eines Audience Response Systems am Beispiel ARSnova – ein kurzer Praxisbericht

25. Januar 2017 | von Administrator

(Projekt gefördert im Rahmen des Blended Learning-Förderprogramms der RWTH, BL&ETS 14-17)

Fragen wir Studierende nach ihrer Meinung über das klassische Vorlesungsformat, so kritisieren sie oftmals ihre fehlende Einbindung durch die Dozierenden bzw. nicht ausgeschöpfte Interaktionsmöglichkeiten, was sich wiederum auf Lehr- und Lernerfolge niederschlägt. Einen Ansatz, um den Studierenden eine solche Möglichkeit der Aktivierung und Partizipation zu bieten, stellt der Einsatz eines Audience Response System (ARS) dar. Allgemein wird darunter ein Medium verstanden, welches auf die Interaktion zwischen Dozierendem und Studierenden abzielt. Das Angebot solcher Systeme ist vielfältig; unser Team hat sich nach eingehender Prüfung für das Produktangebot der TH Mittelhessen, ARSnova, entschieden.

devicesBei ARSnova handelt es sich um ein frei verfügbares ARS, das browserbasiert ist und auf Open-Source-Basis funktioniert. Somit können es Studierende per Windows-Laptop oder Android-Smartphone/Tablet direkt verwenden; zudem ist es nutzerfreundlich gestaltet. Die einzige Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Webbrowsers. Durch das Erstellen von sogenannten Sessions innerhalb des Angebots kann der Dozierende für jede Veranstaltung einen eigenen Lernbereich erstellen, der mit Inhalten gefüllt werden kann. Die Gestaltungsmöglichkeiten eines solchen Lernbereichs sind tatsächlich sehr umfangreich. So können verschiedene Frageformate genutzt werden, um den Lernstand der Studierenden zu überprüfen – von klassischen Multiple-Choice-Fragen bis zu bildbasierten Fragen. Außerdem kann der Fokus nicht nur auf den Lernstand, sondern vor allem auf Feedback für den Dozierenden gelegt werden. Somit bietet ARSnova vielfältige Einsatzszenarien, von denen sowohl die Studierenden als auch die Dozierenden profitieren können.

Das Blended-Learning-Projekt zur Implementierung in Lehrveranstaltungen der Anglistischen Sprachwissenschaft befindet sich momentan (WS 16/17) im zweiten Jahr. Unserem Team war es in dieser Zeit möglich, aufschlussreiche Erfahrungen über den Piloteinsatz des ARS hinaus zu sammeln. So ist eine der zentralen Erkenntnisse, dass die gewährleistete Anonymität, eines der Kernfeatures von ARSnova, gerade denjenigen Studierenden hilft, die sich noch am Anfang ihres Studiums befinden. Durch das Angebot eines anonymen Rückmeldekanals wird die Hemmschwelle für Verständnisfragen oder positive wie negative Kritik der Studierenden gesenkt. Über den Einsatz in sprachwissenschaftlichen Großübungen und Vorlesungen hinaus haben wir ARSnova auch in einer literaturwissenschaftlichen Fortgeschrittenenveranstaltung fest implementiert. Dadurch ist deutlich geworden, dass ARSnova je nach Veranstaltung, Veranstaltungsmodul und studentischer Expertise für uns unterschiedliche Einsatzpotenziale birgt. Betonte beispielsweise der Einsatz von Multiple-Choice-Fragen die Überprüfung des Lernstandes in der Sprachkompetenzübung („Basic A“, „Basic B“), bletsso konzentriert sich die Implementierung in der Literaturwissenschaftsvorlesung („Literary Theory“) auf feedbackbezogene Fragen und organisatorische Aspekte (Reihenfolge der Themen der Vorlesung etc.). In beiden Beispielfällen wird die Veranstaltung zu einer dynamisch-zielgerichteten, in Zusammenklang von Dozierenden und Studierenden gestalteten Lehr- und Lernerfahrung.

Insgesamt überwiegt der positive Eindruck von ARSnova auf beiden Seiten. Durch die effektive, immer optionale Anwendung eines ARS konnte die Aktivierung der Studierenden in den Lehrveranstaltungen gesteigert werden. Die anonyme Rückmeldungsmöglichkeit wird als sehr hilfreich von Dozierenden wahrgenommen, da auf studentische Evaluation nun als ein Prozess und nicht als eine ritualisierte punktuelle Abfrage reagiert werden kann. Die gewonnenen Daten können (unter Wahrung des Datenschutzes und im Sinne guter Wissenschaftspraxis) zur späteren veranstaltungsoptimierenden bzw. -verzahnenden oder darüber hinausgehenden wissenschaftlichen Zwecken gespeichert werden.

Von unserem Standpunkt aus ist angeraten, das Projekt nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern v.a. disziplinübergreifend einzusetzen und somit vielfältige Synergiepotentiale für Dozierende und Studierende nutzbar zu machen.

Bei Fragen zu Implementierung und Vorbereitungsaufwand stehen wir gerne als Kontakt zur Verfügung. Gerne teilen wir unsere Erfahrungen mit Ihnen! Sie erreichen uns direkt unter sven.hintzen@rwth-aachen.de.

Mit besten kollegialen Grüßen und für neuen Mut in der Lehre in einem modernen Studium,

das Blended-Learning-Team der Anglistik

Sven Hintzen, Laura Trienekens, Timo Lothmann



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